IV. Weltmeisterschaft 2010
der Jugend (U 18) und Junioren (U23)

In der vergangenen Woche fand vom 18.07. bis 24.07. die Weltmeisterschaft der Scherekegler 2010 in den Altersklassen U18 und U23 in Campo-Bom in Brasilien statt. Dies war die erste Weltmeisterschaft, die außerhalb von Europa im Bereich des Scherekegelsports ausgetragen wurde. 
Unter den Teilnehmern für das Deutsche Team waren unter anderem die hier beheimateten Sportlerinnen Jasmine Nöh aus Großen-Linden bzw. Luisa Wagner und Julia Weiser, die beide aus Wieseck stammen. Auf den sehr schwierigen und nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichbaren Bahnen taten sich besonders die brasilianischen Akteure am leichtesten und verwiesen, die ansonsten oftmals dominanten europäischen Sportler und Sportlerinnen auf die Plätze. Jedoch setzte sich im Medaillenspiegel Deutschland hinter den Gastgebern auf den zweiten Rang, gefolgt von Frankreich, Luxemburg, Belgien und Argentinien. 
Der Medaillenspiegel ergab sich im Einzelnen folgendermaßen: 
In der Disziplin Sprint U18 weiblich starteten für Deutschland Jasmine Nöh, Lisa Neumann und Svenja Lambert. Jasmine Nöh musste sich bereits im Viertelfinale gegen die spätere Weltmeisterin aus Brasilien Patricia Cunha Bade geschlagen geben und belegte am Ende Platz sechs, während Svenja Lambert dasselbe Schicksal erst im Finale widerfuhr und sie damit den zweiten Platz belegte. Zuvor warf diese ihre Teamkollegin Lisa Neumann aus dem Wettbewerb, die sich im Spiel um Platz drei durchsetzte und die Bronzemedaille sicherte. 
Im Sprint U18 männlich gewann Deutschland mit Michael Reith ebenfalls Silber, der im Finale gegen Guilheme Staub das Nachsehen hatte. Außerdem belegten Robert Heinichen und Mike Reinert Platz fünf bzw. sechs. 
In der Disziplin U18 Paarkampf Mixed sicherten sich Svenja Lambert und Mike Reinert mit einem zweiten Platz den Finaleinzug, um im darauf folgenden Endlauf die Bronzemedaille zu gewinnen. Das zweite Paar der Deutschen mit Saskia Wintrich und Daniel Hofmann scheiterte im Vorlauf auf Rang sechs. 
Im Vorlauf der Disziplin Paarkampf U18 weiblich qualifizierten sich Stephanie Markett und Verena Kilp für den Endlauf, während Jasmine Nöh und Saskia Wintrich knapp von ihren Teamkolleginnen geschlagen wurden und diesen verpassten. Im Endlauf vermochte sich das deutsche Paar dann auf den zweiten Rang zu verbessern und erreichten damit die Silbermedaille. 
In der entsprechenden männlichen Kategorie zeigte sich ein ähnliches Bild. Hier lösten Dominik Werner und Daniel Hofmann ihr Ticket für die letzten vier Paare knapp vor Mike Reinert und Patrick Hambloch, jedoch gelang es in diesem Fall nicht sich im Endlauf weiter nach vorne zu verschieben. 
In der Disziplin U18 Einzel weiblich erzielte Svenja Lambert den zweiten Rang im Vorlauf und kam danach im Endlauf auf den dritten Rang, während Stephanie Markett im Vorlauf mit etwas Pech und nur zwei Hölzern Rückstand auf die Viertplazierte ausschied. 
In der selben männlichen Kategorie erreichte Deutschland ebenfalls Bronze mit Robert Heinichen und mit dem zweiten deutschen Teilnehmer Michael Reith den vierten Rang. 
Bei den Junioren (U23) ergab sich in der Disziplin Sprint weiblich nun auch die erste Goldmedaille für Deutschland durch Melanie Zimmer, die sich im Finale gegen eine Brasilianerin mit zwei Hölzern durchsetzte, außerdem belegten Kristina Krewer und Luisa Wagner Platz 6 bzw. Platz 8 in der Gesamtwertung. 
Beim U23 Sprint männlich reichte es nur zu einem vierten Rang durch Christian Junk, der im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Joâo Kleinkauf verlor, weiterhin landete Tobias Stolzke auf dem achten Platz. 
Die Disziplin Paarkampf Mixed verlief aus Deutscher Sicht eher unglücklich, da beide Paare mit Julia Weiser und Tobias Stolzke (Platz 5) bzw. Tanja Bock und Philipp Unger (Platz 6) knapp im Vorlauf ausschieden. 
Im Paarkampf U23 weiblich gelang nunmehr die zweite Goldmedaille der Weltmeisterschaft für Deutschland durch Melanie Zimmer und Cathrin Bertermann. Außerdem erreichten die beiden Wieseckerinnen Luisa Wagner und Julia Weiser einen bemerkenswerten dritten Rang und gewannen damit die Bronzemedaille. 
Ihre männlichen Kollegen waren nicht in der Lage den Paarkampf ähnlich erfolgreich zu gestalten. Hier belegten Moritz Valentin und Marcel Schneimann, nach einem hoffnungsvollen zweiten Platz im Halbfinale, leider nur den undankbaren vierten Rang im Finale mit nur zwei Hölzern Rückstand zum Treppchen. Christian Junk und Daniel Schulz verabschiedeten sich bereits im Halbfinale auf Rang sechs liegend. 
Im U23 Einzel weiblich wurde durch Kristina Krewers dritten Platz weiter der Medaillenspiegel aufgestockt, wobei die zweite deutsche Starterin Cathrin Bertermann mit nur einem Holz unterschied an der Teilnahme des Endlaufs scheiterte. 
Im Bereich des männlichen Einzels musste sowohl Philipp Unger als auch Marcel Schneimann den Traum vom Titel schon im Halbfinale aufgeben. 
Alles in allem bleibt als Fazit zu ziehen, dass sich das deutsche Team unter den schwierigen Bedingungen gut verkauft hat, aber letztendlich in den meisten Fällen gegen die Gastgeber aus Brasilien chancenlos blieb.

Medaillenspiegel: 
1. Brasilien: 12 x Gold, 3 x Silber, 3 x Bronze; 
2. Deutschland: 2 x Gold, 3 x Silber, 6 x Bronze; 
3. Frankreich: 2 x Silber, 4 x Bronze.

Bericht Patrick Schnell

 

Fenster schließen